BGH zu Falschberichten im Netz: Beseitigungsanspruch reicht bis ins Internetarchiv

Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 31.03.2026 (Az.: VI ZR 157/24) entschieden, dass sich der Anspruch auf Beseitigung falscher Berichterstattung analog § 1004 Abs. 1 S. 1 BGB auch auf das „Hinwirken“ auf eine Löschung bei Drittplattformen erstrecken kann. Anlass war die unzutreffende Berichterstattung der BILD, Helene Fischer habe ihr Kind im Wege einer Hausgeburt zur Welt gebracht. Tatsächlich war

Projekt SPARK: Bund veröffentlicht KI-Module für die Verwaltung

Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung hat am 1. April 2026 KI-basierte Open-Source-Module für die Verwaltung vorgestellt. Die Anwendungen sollen Planungs- und Genehmigungsprozesse unterstützen und Beschäftigte in Behörden entlasten. Zugleich setzt das Ministerium mit der Veröffentlichung auf den Gedanken „Public Money, Public Code“: Die Werkzeuge werden offen bereitgestellt und können damit grundsätzlich auch von anderen Stellen weiterverwendet und weiterentwickelt werden.

BGH: Anspruch auf Löschung personenbezogener Daten im Handelsregister

Der Bundesgerichtshof hat mit dem am 31.03.2026 veröffentlichten Beschluss vom 18. Februar 2026 ( Az.: I ZB 2/25) datenschutzrechtliche Ansprüche auf Löschung nach Art. 17 DSGVO im Handelsregister gestärkt. Im Kern geht es um die Frage, ob private Wohnanschriften und Unterschriften, die in Registerunterlagen enthalten sind, dauerhaft öffentlich abrufbar bleiben dürfen. Der BGH verneint das für solche personenbezogenen Daten, die

JIPS Osterferien

Liebe Leserinnen und Leser des JIPS, das JIPS pausiert diese Woche, damit die Vorbereitungen für das neue Semester getroffen werden können. Ab nächster Woche erwarten Sie hier wieder aktuelle und spannende Blogbeiträge zum IT-Recht. Das Redaktionsteam des JIPS wünscht frohe Ostern und freut sich auf das kommende Sommersemester!

Firehound AI Data Leak

Das Sicherheitsforschungsprojekt „Firehound“ des ForschungslaborsCovertLabs hat großflächige Sicherheitsprobleme im iOS‑App‑Ökosystemoffengelegt. Bei der systematischen Analyse von 198 Apps entdeckte dasTeam in 196 Fällen tatsächlich Datenlecks, was das nahezu vollständigeScheitern grundlegender Sicherheitsmaßnahmen in vielen Anwendungenverdeutlicht. Firehound wurde von einem OSINT‑Forscher unter dem Pseudonym Harrris0nentwickelt und verfolgt das Ziel, falsch konfigurierte Datenbanken undCloud‑Speicher in iOS‑Apps aufzuspüren. Die Ergebnisse wurden nun ineinem öffentlichen Repository

Rechtliche Regularien für KI – Europäisches Gremium für KI

Das Europäische Gremium für Künstliche Intelligenz (Art. 65 und 66 der KI‑Verordnung) ist das zentrale Koordinations‑ und Beratungsgremium der EU für die Umsetzung der KI‑VO. Während das KI‑Amt (AI Office) die operative Durchsetzung übernimmt, fungiert das Gremium als strategische Schnittstelle zwischen EU‑Kommission, den Mitgliedstaaten und den nationalen Marktüberwachungsbehörden. Es setzt sich aus einem Vertreter jedes Mitgliedstaats sowie dem Europäischen Datenschutzbeauftragten

KI-Suchergebnisse– keine haftungsfrei Zone

Das Landgericht Frankfurt/Main hat mit seinem Urteil Az. 2-06 O 271/25 zwar die Klage eines Ärztebundes gegen Google auf Unterlassung der Anzeige eines Suchergebnisses in der KI-Übersicht, die nach dessen Meinung medizinisch falsch war, abgewiesen; es hat aber konkrete Hinweise gegeben, dass Suchmaschinenbetreiber für KI-Suchergebnisse grundsätzlich haftbargemacht werden können. Auch wenn, wie im Falle von Google, sich der Firmensitz in

Music Detection – Deezer

n den vergangenen Jahren ließ sich eine massive Zunahme vonKI-generierter Musik auf Streamingplattformen verzeichnen. Problematischist diese Erscheinung, da oftmals falsche Urheber angegeben werden,Streams manipuliert und ungerechtfertigte Tantiemen ausgezahlt werden.In Frankreich reagierte die Streamingplattform „Deezer“ mit derEntwicklung eines KI-Detection-Tools. Dieses wurde nunmehr an diefranzösische Verwertungsgesellschaft SACEM lizenziert. In sogenannten KI-Streaming-Scams werden massenhaft KI-erzeugteMusikstücke hochgeladen, während die Streamingzahlen künstlich erhöhtwerden. Häufig werden

KI in der juristischen Praxis – FraUke (Frankfurter Urteils-Konfigurator elektronisch)

FraUKe ist ein am Amtsgericht Frankfurt am Main entwickeltesKI-gestütztes Assistenzsystem zur Unterstützung richterlicher Arbeit inmassenhaften Fluggastrechteverfahren. Ausgangspunkt war die hoheBelastung des Gerichts durch jährlich rund 15.000 weitgehendgleichgelagerte Verfahren, bei denen insbesondere die wiederkehrendeUrteilsformulierung einen erheblichen Zeitaufwand verursacht. Das System wurde ab 2021 als Pilotprojekt in Frankfurt entwickelt und inKooperation mit einem Softwareanbieter sowie der Hessischen Zentrale fürDatenverarbeitung umgesetzt. Das Pilotprojekt

Rechtliche Regularien von KI – Basic AI Act

Der südkoreanische AI Basic Act im Vergleich zum EU-KI-Recht Mit dem AI Basic Act hat Südkorea Ende 2024 ein eigenständiges,systematisch angelegtes Rahmengesetz zur Regulierung künstlicherIntelligenz verabschiedet, das seit dem 22. Januar 2026 in Kraft ist.Das Gesetz umfasst 43 Artikel in sechs Kapiteln und verfolgt einendoppelten Regelungszweck: Einerseits soll die Entwicklung undwirtschaftliche Nutzung von KI aktiv gefördert werden, andererseitswerden erstmals verbindliche