Kommission legt ein gemeinsames Konzept für EU-weite Technologien zur Altersüberprüfung vor

Die Europäische Kommission hat am 29. April 2026 eine Empfehlung für einen gemeinsamen europäischen Ansatz zur Altersverifikation veröffentlicht. Ziel ist es, allen Bürgerinnen und Bürgern in der EU bis Ende 2026 Zugang zu verlässlichen und datenschutzfreundlichen Verfahren zur Altersüberprüfung zu ermöglichen. Die Empfehlung richtet sich insbesondere an die Mitgliedstaaten und soll die Grundlage für EU-weit einsetzbare technische Lösungen schaffen.

Im Mittelpunkt steht ein sogenannter „Age Verification Blueprint“, der von den Mitgliedstaaten an nationale Bedürfnisse angepasst und perspektivisch mit den europäischen digitalen Identitäts-Wallets verbunden werden kann. Nutzerinnen und Nutzer sollen damit nachweisen können, dass sie eine bestimmte Altersgrenze – etwa 15, 18 oder 65 Jahre – überschritten haben, ohne ihr genaues Alter oder ihre Identität gegenüber der jeweiligen Online-Plattform offenzulegen. Die Kommission betont insbesondere hohe Anforderungen an Datenschutz, IT-Sicherheit und Anonymität.

Rechtspolitisch steht die Empfehlung im Zusammenhang mit dem Schutz Minderjähriger im digitalen Raum. Altersverifikation soll nach Vorstellung der Kommission vor allem dort eingesetzt werden, wo Kinder und Jugendliche vor nicht altersgerechten Inhalten oder Angeboten geschützt werden müssen. Zugleich verweist die Kommission auf die Leitlinien zum Digital Services Act, nach denen Altersfeststellungsmethoden wirksam, zuverlässig, robust, nicht-intrusiv und diskriminierungsfrei ausgestaltet sein sollen.

Die Kommission setzt damit nicht auf eine vollständige Identifizierung der Nutzerinnen und Nutzer, sondern auf den Nachweis einzelner Eigenschaften , hier des Überschreitens einer bestimmten Altersgrenze. Ob sich ein solcher Ansatz praktisch durchsetzt, wird allerdings wesentlich davon abhängen, wie schnell die Mitgliedstaaten entsprechende Lösungen implementieren und ob Online-Dienste diese Verfahren tatsächlich in ihre Zugangssysteme integrieren.

Quelle: