Garfield AI: KI-gestützte Kanzlei gewinnt Prozess in Großbritannien?

KI-generiert

Bei Garfield.Law handelt es sich um die erste KI-gestützte Anwaltskanzlei, die im vergangenen Jahr von der Solicitors Regulation Authority (SRA) für die Erbringung von Rechtsdienstleistungen in England und Wales zugelassen wurde. Ziel ist es, insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen dabei zu unterstützen, Forderungen durchzusetzen. Nach eigenen Angaben hat die Kanzlei bisher mehr als 600 Verfahren durchgeführt und dabei ca. 500.000 Pfund für ihre Mandanten durchsetzen können bei Streitwerten zwischen 30 und 10.000 Pfund.

Im vorliegenden Fall konnte eine freiberufliche Personalberaterin mit Hilfe von Garfield AI ihr ausstehendes Honorar von 7000 Pfund gegen einen Gastronomiebetrieb durchsetzen, die eigenen Kosten für die Dienstleistungen beliefen sich auf ca. 400 Pfund. Über die Plattform ließ sie Mahnschreiben erstellen, der Gastronomiebetrieb antwortete mit einer Gegenklage, sodass ein gerichtliches Verfahren eingeleitet wurde.

Im weiteren Verlauf wurde die Prozessarbeit (Offenlegung von Dokumenten, Zeugenaussagen) und -vorbereitung von Garfield.Law durchgeführt, für die gerichtliche Vertretung wurde ein Anwalt mandatiert.

Der dargestellte Fall zeigt, dass KI-gestützte Rechtsdienstleistungen bereits heute insb. bei standardisierten Forderungsstreitigkeiten eine kostengünstigere und effizientere Bearbeitung als die ausschließliche Beauftragung einer klassischen Anwaltskanzlei ermöglichen. Gleichzeitig wird deutlich, dass die KI die anwaltliche Tätigkeit derzeit nicht vollständig ersetzt: Während die Plattform die außergerichtliche Korrespondenz sowie die Vorbereitung und Bearbeitung des Verfahrens übernimmt, bleibt die Vertretung vor Gericht einem zugelassenen Rechtsanwalt vorbehalten.

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