Dass moderne Pkw, welche mit allerlei technischen Hilfsmitteln und Sensoren ausgestattet sind, Daten sammeln und speichern, dürfte nur die wenigsten überraschen. Beunruhigen dürfte viele Fahrer aber, in welchem Umfang dies erfolgt und was mit den so gewonnenen Informationen letztlich geschieht.

Wie der ADAC in einer erstmals in Deutschland durchgeführten Untersuchung festgestellt hat, übermitteln manche Pkw gar im Zwei-Minuten-Takt zahlreiche Informationen: Von der genauen Position des Navigationssystems über die Fahrstrecke, die Durchschnittsgeschwindigkeit und das Beschleunigungsverhalten bis hin zur Häufigkeit der Benutzung der elektronischen Fensterheber. Nach Ansicht des ADAC sei dies zwar nicht per se schlecht, viele Assistenzsysteme würden nur aufgrund der so erhobenen Daten funktionieren und damit die Verkehrssicherheit erhöhen. Fraglich bleibe aber, was letztendlich mit den Informationen geschehe und wer Zugriff darauf habe – schließlich ließen sich damit erschreckend genaue Bewegungsprofile erstellen.

Die Beantwortung dieser Frage gestaltet sich dem ADAC zufolge derzeit schwierig, es gebe kaum Zugang für die Halter. Hersteller dürften zwar nur technische Daten ohne Zustimmung der Betroffenen erheben – es seien jedoch viele Szenarien denkbar, in welchen technische Daten zu persönlichen werden, etwa im Falle eines Unfalls, wenn technische Daten Rückschlüsse auf den Ablauf zulassen. Darüber hinaus hätten auch viele andere Konzerne ein Interesse an den so erhobenen Informationen: Mineralölkonzerne könnten beispielsweise daran interessiert sein, ein Muster der Tank- oder Ladevorgänge zu erstellen – und würden für die Informationen daher liebend gerne viel Geld zahlen. Ob und wenn ja in welchem Umfang dies erfolgt, lässt sich laut ADAC derzeit nicht feststellen: „Die Hersteller blocken hier“. Die Untersuchung wurde von Stefan Nürnberger (CISPA/DFKI) und Dieter Spaar durchgeführt.

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