Die Polizeibehörden mehrerer Bundesländer nutzen die
Corona-Kontaktlisten, welche von Gaststätten ursprünglich zur Eindämmung
der Pandemie geführt wurden, für die Ermittlung diverser Straftaten. In
Bayern wurde etwa im Zusammenhang mit einem Tötungsdelikt die
Kontaktliste einer Gaststätte herangezogen, um Zeugen des Vorfalls zu
ermitteln. Der mutmaßliche Täter hatte sich zuvor bereits selbst
gestellt. In einem weiteren Fall ging es laut dem LKA um ein
Rauschgiftermittlungsverfahren.
In der Vergangenheit wurden bereits Fälle aus 5 Bundesländern – darunter
das Saarland – bekannt, in denen Kontaktdaten aus entsprechenden Listen
an die Polizei übermittelt wurden. Diese Weitergabe und Auswertung
jenseits des ursprünglichen Verarbeitungszwecks wird von Datenschützern
heftig kritisiert.

Quellen:
https://netzpolitik.org/2020/bayern-polizei-nutzt-corona-kontaktlisten-fuer-drogenermittlungen/
https://www.tagesspiegel.de/politik/faelle-aus-fuenf-bundeslaendern-bekannt-polizei-nutzt-kontaktdaten-aus-restaurants-auch-zur-strafverfolgung/26056130.html