Wie heise.de berichtet, forderten auf der Digitalkonferenz des BmJV verschiedene Experten die Einführung einer gewährleistungsähnlichen Herstellerhaftung.
Insbesondere im Hinblick auf komplexe vernetzte Geräte (Internet of Things) seien Haftungsfragen nicht abschließend geklärt oder würden im Rahmen von unzähligen Endnutzervereinbarungen undurchsichtig und verbraucherunfreundlich abgewälzt. Den Herstellern fehle zudem ein Anreiz sichere Produkte herzustellen und Software auf dem neusten Stand zu halten. Sobald ein Hersteller durch Rückgriff in Haftung genommen werden könne, ergibt sich für ihn auch die Notwendigkeit Produkte weiter zu supporten bzw. gleich sicherer herzustellen. Zur Zeit läuft die Gewährleistung über das letzte Glied in der Kette, den Händler. Doch dieser hat keinen Einfluss mehr auf die Qualität der Produkte oder die Unterstützung durch Softwareupdates. Dies läuft häufig über ein Konstrukt von Drittfirmen und/oder den Hersteller selbst.
Für einen besseren Verbraucherschutz werden mehrere Ansätze aufgeführt – so besteht die Möglichkeit der Reform der EU-Produkthaftungsrichtlinie oder gar des IT-Sicherheitsgesetzes auf nationaler Ebene.
Sollte sich eine solche gewährleistungsähnliche Herstellerhaftung oder erweiterte gesetzliche Garantiehaftung durchsetzen, dürften große Konzerne wie Apple, Samsung oder Microsoft den Support für ältere, noch funktionierende Geräte nicht mehr einstellen.
Des Weiteren wird in einer allgemeinen Herstellerhaftung auch eine einfache Lösungsmöglichkeit für die VW-Dieselaffäre gesehen.

Quelle: https://heise.de/newsticker/meldung/Internet-der-Dinge-Forscher-fordern-verschaerftes-Haftungsrecht-fuer-vernetzte-Produkte-3761982.html?artikelseite=all