Der jährliche Report „Freedom on the Net“ der US-amerikanischen Organisation „Freedom House“ für den Zeitraum Juni 2018 bis Mai 2019 wurde veröffentlicht.

Darin wurden 65 Länder rund um den Globus untersucht, die zusammengenommen 87% der Internetnutzer abdecken. Er beschreibt Verbesserungen und Rückgänge der Internetfreiheit, basierend auf Forschungen zu Zugang zum Internet, Freier Meinungsäußerung und Datenschutzfragen.

Die Länder werden, basierend auf den so gewonnenen Erkenntnissen, in „free“, „partly free“ oder „not free“ anhand eines Punktesystems (0 bis 100) eingeteilt. Deutschland belegt Platz 4 mit 80 Punkten, China seit nunmehr 4 Jahren in Folge den letzten Platz mit 10 Punkten. 

Aus den Daten lassen sich beunruhigende Trends ablesen: So sei nicht mehr Zensur das Mittel der Wahl zur Einwirkung, sondern die Übernahme von social media accounts, das Streuen von Fake News, bezahlte Kommentatoren oder Bots, kurz Propaganda. Diese eigne sich auch zur Wahlkampfbeeinflussung, da sich schockierende und emotional aufgeladene Inhalte wesentlich besser in Sozialen Netzwerken verbreiten, was extremistischen Interessensgruppen in die Hände spiele.

Nur 16 Länder konnten ihren Punktestand im Vergleich zum Vorjahr verbessern, 33 der untersuchten Länder haben Rückschritte in allen Kategorien gemacht. Insbesondere würden auch die Fortschritte in der KI-Forschung zur Gefährdung der Meinungsfreiheit beitragen. Die automatisierte Massenüberwachung könne nun, durch schnelle Beziehungsanalyse, aus social media posts den vorherigen, gegenwärtigen und zukünftigen Standort ermitteln. So können Muster erstellt werden, deren Rückschlüsse der Einzelne gerade in Ländern mit Verfolgung politischer Gegner, Menschen mit „falscher“ Glaubensrichtung oder sexuellen Orientierung spüren werde. 

Quellen:

https://www.freedomonthenet.org/report/freedom-on-the-net/2019/the-crisis-of-social-media

https://www.freedomonthenet.org/sites/default/files/2019-11/11042019_Report_FH_FOTN_2019_final_Public_Download.pdf