Mit ANITA steht eine KI-gestützte Rechtsrechercheplattform zur Verfügung, die zeigt, welches Potenzial in qualitativ hochwertigen Gerichtsentscheidungen liegt. ANITA beantwortet Rechtsfragen mit präzisen Fußnotenverweisen auf Basis von über 750.000 Urteilen. Die Plattform wirbt mit KI ohne Halluzinationen und ermöglicht u. a. Analysen zu Streitwerten und Erfolgsquoten, die automatisierte Erstellung von Schriftsätzen sowie das Speichern von Argumenten aus Urteilen in Merklisten
Die Leistungsfähigkeit solcher Systeme hängt unmittelbar von der Verfügbarkeit offener Justizdaten ab. Hier setzt die Initiative Offene Urteile an, getragen u. a. von OpenJur, ANITA, de.jure.org, FragDenStaat und Transparency International Deutschland. Hintergrund: In Deutschland sind bislang nur ca. 5 % aller Gerichtsentscheidungen öffentlich zugänglich. OpenJur hat seit 2008 rund 700.000 Entscheidungen veröffentlicht, während etwa eine Million Urteile nur über kostenpflichtige Datenbanken verfügbar sind.
Offene Urteile verfolgt das Ziel, kostenfreien Zugang zu Gerichtsentscheidungen zu schaffen, Transparenz zu erhöhen und Demokratie sowie Rechtswissenschaft zu stärken. Bürger können Urteile anfragen oder hochladen; veröffentlicht werden diese pseudonymisiert auf openjur.de. Laut Bundesjustizministerium soll künftig eine bundeseinheitliche Veröffentlichungspflicht geschaffen werden (Stand 1/2025), dies ist eine zentrale Voraussetzung für den weiteren Ausbau von Legal Tech und KI in der Justiz.
Quellen:
