In der Debatte um die Exhumierung der Vorratsdatenspeicherung taucht die Frage, ob Verbindungs- bzw. Metadaten geeignet sind eine erhebliche Gefahr für die Privatsphäre des Einzelnen zu sein immer wieder auf. Auch in der aktuellen Bundestagsdebatte zur Vorratsdatenspeicherung (siehe andere Meldung) betonte Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU): „Um noch einmal klarzustellen, worum es geht: Wir reden nur von Verbindungsdaten, also von dem, was früher auf der Rechnung stand, die man von der Telekom bekommen hat. Wir reden – das muss man allerdings auch ehrlicherweise sagen – zusätzlich von IP-Adressen, und wir reden von den Ortungsdaten, von den Funkzellendaten von Handys; das kommt hinzu.“
Doch sind diese Metadaten wirklich so ungefährlich, wie oftmals behauptet wird? Eine aktuelle Untersuchung der Universität Stanford kommt zu einem klaren Ergebnis: Nein, diese Daten sind hoch sensibel. Auf freiwilliger Basis werteten die Forscher Metadaten von 546 Teilnehmern aus, die knapp 34.000 Nummern anriefen, davon waren über 6000 Nummern mit Hilfe öffentlicher Quellen einer bestimmten Einrichtung zu zuordnen. Die Methode ist dabei an sich einfach: So telefonierten z.B. etwa 57% Prozent der Teilnehmer mindestens einmal mit einem Arzt, etwa 18% dieser Anrufe ließen sich dann beispielsweise Zahnärzten zu ordnen. Ruft nun jemand mehrfach bei einem Zahnarzt an, hat er vermutlich Probleme mit den Zähnen. Wer zu dem 1% Prozent der Teilnehmer gehört, die einen Arzt anriefen, der sich mit Drogenmissbrauch auskennt, ist vermutlich Drogen anhängig. 
Besonders erschreckend sind die ausführlicheren Beispiele aus der Studie: Eine Teilnehmerin hatte beispielsweise früh morgens lange mit ihrer Schwester telefoniert. Zwei Tage später telefonierte sie dann mit mehreren Stellen für Schwangerschaftsberatung. Ein weiterer Anruf folgte zwei Wochen später und ein letzter schließlich nach einem Monat. Hier könnte ein Schwangerschaftsabbruch vorlegen haben.
Während in der Studie nur die Metadaten von Handyverbindungen ausgewertet wurden, wäre man mit der Vorratsdatenspeicherung wohl in der Lage noch tiefer in Privatsphäre der Bürger einzudringen. Es wundert also wenig, dass der ehemalige NSA-Chef Michael Hayden Anfang April 2014 erklärte: „Wir töten auf Basis von Metadaten“[1].

Zur Studie:
PM der Universität Stanford zur Studie:
Weiterer Bericht zur Studie: