Mit 72 Kameras an verschiedenen Plätze in der Innenstadt und dem
Stadtteil Neckarstadt testet Mannheim als europaweit erste Stadt seit
Montag, den 3. Dezember 2018, eine „intelligente, algorithmenbasierte
Videoüberwachung“ zur „besseren Bekämpfung der Straßenkriminalität“.
Weitere Kriminalitätsbrennpunkte sollen innerhalb der kommenden Monate
und Jahre folgen.

Laut Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) ginge es dabei
nicht um die Gesichtserkennung, sondern um das Erkennen von
Verhaltensmustern.

Die Videoüberwachung basiert auf der automatischen Auswertung großer
Datenmengen. Wird etwa ein Passant geschlagen, erscheint auf dem
Bildschirm im Lagezentrum der Mannheimer Polizei ein Hinweis. Deren
Präsident, Thomas Köber, betonte, dass Beamte auf Basis der Kamerabilder
die Situation bewerten und über einen Einsatz entscheiden. „Es
entscheidet nicht die Maschine, es entscheidet der Mensch“.

Das Polizeigesetz von Baden-Württemberg stehe in Einklang mit der
Anwendung der Videoüberwachung, so das Innenministerium, und auch der
Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Stefan
Brink, hat keine Bedenken: „Es sei Grundvoraussetzung, dass der
überwachte Bereich als Kriminalitätsschwerpunkt identifiziert wurde“.

Kritisch erscheint in diesem Zusammenhang die Frage, ob ein solches Plus an Überwachung und Sicherheit überhaupt wünschenswert erscheint, wenn dadurch vielerorts das Gefühl einer totalen Überwachung aufkommt.

Quellen:

https://www.mannheim.de/de/nachrichten/startschuss-fuer-intelligente-videoueberwachung

https://www.zdf.de/nachrichten/heute-sendungen/videoueberwachung-in-mannheim-102.html