Laut eines Spiegel-Berichts wurden in der letzten Woche mehrere Hausdurchsuchungen mit Bezug zum Streaming-Portal kinox.to durchgeführt. Durchsucht wurden sechs Wohn- und Geschäftsräume in 4 Bundesländern. Ermittelt wird wegen "Verdacht auf gewerbsmäßig begangene Urheberrechtsverletzungen, Steuerhinterziehung, Erpressung und Brandstiftung", wobei sich die beiden letzteren Vorwürfe auf  den Umgang mit Konkurrenten beziehen. Nutzer von kinox.to müssen sich allerdings mit großer Wahrscheinlichkeit keine Sorgen wegen rechtlichen Konsequenzen machen. Fraglich ist indes noch, ob es sich bei den Personen, gegen die jetzt ermittelt wird, um Strohmänner oder um die tatsächlichen Hintermänner handelt.

Einige Thesen:
1. Die aktuellen Ermittlungen geben einen Einblick in die Organisationsweise eines illegalen Streamingportals, bei dem deutlich wird, dass es sich keineswegs bei allen Streaminganbietern um ideologisch-motivierte Nerds handelt, sondern dass es vielmehr oft um Geld geht.

2. Die offenbar erreichten Ermittlungserfolge verdeutlichen, dass es auch mit den jetzigen strafrechtlichen Mitteln möglich ist, die Betreiber von Streaming-Portalen zu verfolgen. Umgehbare Netzsperren wie jüngst in Österreich (Links zu früheren Artikeln) entbehren einer Berechtigung.

3. Kinox.to rangierte auf den Top 50 der von Deutschland aus besuchten Webangebote. Dies verdeutlicht, dass ein erheblicher Teil der Internetnutzer Streaming-Angebote nutzt und auch weiterhin nutzen wird. Folglich muss der Gesetzgeber dringend einen Rechtsrahmen für die legale Nutzung von Streaming-Angeboten im Sinne einer "Kulturflatrate" finden.

Weitere "Szene-Informationen" und Hintergründe zu den Durchsuchungen gibt es hier: https://tarnkappe.info/meinung-kinox-razzia-und-das-alles/
und https://tarnkappe.info/meinung-kinox-war-wird-und-die-offenen-fragen/

Quellen:
1. gvu.de
2. heise.de