Die Tageszeitung taz hat gut ein Jahr nach dem Skandal um die Ausspähung
der Redaktion durch einen inzwischen ehemaligen Kollegen eine
ausführliche Recherche zu den Vorgängen veröffentlicht. Der ehemalige
Taz-Redakteur hatte über einen Zeitraum von mindestens einem Jahr mit
einem sog. Keylogger (einem Gerät, das die Tastatureingaben aufzeichnet)
zahlreiche Computer in der Redaktion der taz ausgespäht. Betroffen waren
mindestens 23 Journalisten, davon 19 Frauen.

Der offene Umgang der taz mit dem Vorfall gibt einen sehr guten Einblick
in die Vorgänge, die bei einem Cyberangriff innerhalb eines Unternehmens
ablaufen. Dass es sich bei der Ausspähung durch Mitarbeiter nicht um
einen Einzelfall handelt, zeigt exemplarisch eine Umfrage von Bitkom
Research, bei der Unternehmen in etwa der Hälfte der Vorfälle (52%)
aktuelle oder ehemaliger Mitarbeiter als Täterkreis angaben (Quelle:
https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Digitale-Angriffe-auf-jedes-zweite-Unternehmen.html).
Deutlich wird auf, welchen Schaden ein Gerät anrichten kann, dass für
etwa 40€ im Internet frei erworben werden kann.

http://taz.de/Keylogger-Affaere-in-der-taz/!5307828/